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Geprüfter Betriebswirt (IHK)

Auch: Betriebswirt IHK, Geprüfte Betriebswirtin, Master Professional in Business Management, Betriebswirt nach dem Berufsbildungsgesetz

Förder24 Redaktion · Stand: 8. November 2026

Kurz erklärt

Der Geprüfte Betriebswirt (IHK) ist ein Fortbildungsabschluss der dritten Stufe nach § 53d BBiG und heißt seit 2020 „Master Professional in Business Management“. Er baut meist auf dem Fachwirt auf und liegt auf DQR-Niveau 7, wie ein Master.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Geprüfte Betriebswirt nach dem Berufsbildungsgesetz ist der höchste kaufmännische IHK-Fortbildungsabschluss. Seit der Verordnung vom 18. Dezember 2020 lautet er „Geprüfter Betriebswirt – Master Professional in Business Management“.
  • Er gehört zur dritten Fortbildungsstufe (§ 53d BBiG) mit einem Lernumfang von mindestens 1.600 Stunden und liegt auf DQR-Niveau 7.
  • Zugelassen wird ohne weitere Praxis, wer Fachwirt, Fachkaufmann oder Kaufmännischer Fachwirt (HwO) ist; mit Fachschul- oder wirtschaftswissenschaftlichem Hochschulabschluss braucht es ein Jahr Berufspraxis.
  • Die Prüfung hat drei Teile und muss innerhalb von drei Jahren ab der ersten Prüfungsleistung abgeschlossen sein. Bei der IHK Nord Westfalen kostet sie 997 €.
  • Der Lehrgang ist in der Regel mit dem Aufstiegs-BAföG förderfähig: 50 % Zuschuss auf Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis 15.000 €.

Was ist der Betriebswirt IHK?

Der Betriebswirt IHK ist ein öffentlich-rechtlicher Fortbildungsabschluss für Führungskräfte, die ein Unternehmen oder einen Unternehmensbereich strategisch steuern. Die Prüfung nimmt ein Prüfungsausschuss der Industrie- und Handelskammer ab. Rechtsgrundlage ist die bundesweit geltende Geprüfter-Betriebswirt-Master-Professional-Business-Management-Fortbildungsverordnung vom 18. Dezember 2020, gestützt auf § 53d BBiG.

Die Prüfung soll nach § 53d Abs. 2 BBiG zeigen, dass die Kompetenzen der zweiten Stufe vertieft und um Fähigkeiten für die verantwortliche Führung von Organisationen erweitert wurden. Die Verordnung nennt fünf Handlungsbereiche: Strategiefelder erkennen und gestalten, normen- und finanzwirtschaftliche Rahmenbedingungen bewerten, nationale und internationale Leistungsprozesse organisieren, die Unternehmensorganisation gestalten sowie Unternehmensprozesse planen, steuern und überwachen.

Der Titel „Master Professional“ darf nur geführt werden, wenn die Prüfungsregelung ihn vorsieht (§ 53d Abs. 4 BBiG). Wer den Betriebswirt nach einer früheren Verordnung bestanden hat, behält seine bisherige Bezeichnung; das DQR-Niveau 7 gilt für den Abschluss trotzdem.

Welche Voraussetzungen gelten für den Betriebswirt IHK?

§ 3 der Verordnung regelt vier Zugänge:

VorqualifikationZusätzliche Berufspraxis
Fachwirt, Fachkaufmann oder vergleichbarer kaufmännischer Fortbildungsabschluss nach BBiGkeine
Geprüfter Kaufmännischer Fachwirt nach der Handwerksordnungkeine
staatliche Prüfung an einer kaufmännischen Fachschule, etwa Staatlich geprüfter Betriebswirtmindestens ein Jahr
wirtschaftswissenschaftlicher Bachelor, Master oder Diplommindestens ein Jahr

Die Praxis muss inhaltlich zu den Aufgaben eines Betriebswirts passen. Wer keinen dieser Wege erfüllt, kann zugelassen werden, wenn er durch Zeugnisse oder auf andere Weise vergleichbare Kompetenzen glaubhaft macht (§ 3 Abs. 3). Der übliche Weg führt über einen Fachwirt, siehe Fachwirt (IHK).

Wie läuft die Prüfung ab, wie lange dauert sie und was kostet sie?

Die Prüfung besteht aus drei Teilen (§§ 10 bis 13 der Verordnung):

  1. Schriftlich: drei Aufgabenstellungen unter Aufsicht, je 240 Minuten. In jeder Aufgabenstellung werden die Aufgaben zu einem Handlungsbereich auf Englisch gestellt und auf Englisch bearbeitet (§ 11 der Verordnung).
  2. Mündlich: höchstens 45 Minuten mit Schwerpunkt auf Planung, Steuerung und Überwachung von Unternehmensprozessen.
  3. Projektbezogen: eine Projektarbeit als Hausarbeit in 30 Kalendertagen, dazu eine Präsentation von höchstens 15 Minuten und ein Fachgespräch von höchstens 30 Minuten.

In jedem Teil sind mindestens 50 Punkte nötig. Die Gesamtnote setzt sich zu 50 % aus dem schriftlichen, zu 30 % aus dem mündlichen und zu 20 % aus dem projektbezogenen Teil zusammen. Nicht bestandene Teile können zweimal wiederholt werden.

Dauer: Das Prüfungsverfahren muss innerhalb von drei Jahren ab der ersten Prüfungsleistung abgeschlossen sein, sonst sind alle Leistungen neu zu erbringen. Die Lehrgangsdauer bestimmt der Anbieter. Für das Aufstiegs-BAföG muss ein Teilzeitlehrgang innerhalb von 48 Monaten, ein Vollzeitlehrgang innerhalb von 36 Monaten abgeschlossen sein.

Kosten: Die IHK Nord Westfalen berechnet 410 €, 409 € und 178 € für die drei Teilprüfungen, zusammen 997 €. Andere IHKs haben eigene Gebührentarife. Lehrgangskosten kommen hinzu.

Beispiel: Vom Handelsfachwirt zum Master Professional

Frau G., 38, ist Geprüfte Handelsfachwirtin und leitet eine Filiale mit 25 Beschäftigten. Ihr Unternehmen plant, sie in die Regionalleitung zu holen. Sie belegt einen berufsbegleitenden Lehrgang zur Geprüften Betriebswirtin. Weil sie den Fachwirt bereits hat, braucht sie keine zusätzliche Berufspraxis. Zuerst legt sie die drei schriftlichen Aufgabenstellungen ab, dann die mündliche Prüfung. Zum Schluss schreibt sie die Projektarbeit über die Neuorganisation der Warenlogistik in ihrer Region und präsentiert sie im Fachgespräch.

Für Lehrgang und Prüfung von zusammen 6.000 € beantragt Frau G. Aufstiegs-BAföG, denn das Gesetz fördert ein weiteres Fortbildungsziel, wenn es auf dem bisherigen aufbaut (§ 6 Abs. 2 AFBG). Sie erhält 3.000 € Zuschuss. Nach dem Bestehen werden ihr 50 % des noch nicht fälligen Darlehens erlassen, zurückzahlen muss sie dann noch 1.500 € zuzüglich Zinsen.

Abgrenzung: Welcher Betriebswirt ist welcher?

„Betriebswirt“ ist keine geschützte Einheitsbezeichnung. Mehrere Abschlüsse mit unterschiedlichem Niveau tragen das Wort im Namen. Die Einordnung folgt der DQR-Liste der zugeordneten Qualifikationen (Stand 1. August 2025).

AbschlussRechtsgrundlageDQR-Niveau
Geprüfter Betriebswirt (IHK), Master Professional in Business ManagementBundesverordnung nach BBiG7
Geprüfter Betriebswirt nach der HandwerksordnungBundesverordnung nach HwO7
Geprüfter Technischer BetriebswirtBundesverordnung von 20047
Staatlich geprüfter BetriebswirtLandesrecht, Fachschule mit mindestens 2.400 Unterrichtsstunden6
Betriebswirt (VWA)Abschluss einer Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie, nicht staatlich geregelt6
Master (Hochschule)Hochschulrecht, akademischer Grad7

Der Technische Betriebswirt richtet sich an Meister, Techniker und technische Fachwirte, die kaufmännische Führungsaufgaben übernehmen. Seine Verordnung stammt von 2004 und enthält die Bezeichnung Master Professional nicht; manche Lehrgangsanbieter verwenden trotzdem englische Zusatzbezeichnungen, die keine gesetzliche Abschlussbezeichnung sind. Der Staatlich geprüfte Betriebswirt ist ein Fachschulabschluss eine Stufe darunter und kann je nach Land nach der Rahmenvereinbarung der Kultusministerkonferenz den Zusatz „Bachelor Professional in Wirtschaft“ tragen. Er kann ein Weg zum IHK-Betriebswirt sein. Die Stufe darunter erklärt der Eintrag Bachelor Professional.

Betriebswirt IHK und geförderte Weiterbildung

Vorbereitungslehrgänge auf den Geprüften Betriebswirt sind nach § 2 Abs. 1 und 3 AFBG förderfähig, wenn sie mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen. Gefördert werden Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis 15.000 € zur Hälfte als Zuschuss, unabhängig von Einkommen und Vermögen (§ 12 AFBG). Bei Vollzeitlehrgängen kommt ein einkommensabhängiger Unterhaltsbeitrag hinzu. Das Qualifizierungschancengesetz kann wegen § 22 Abs. 1a SGB III nicht genutzt werden.

Manche Arbeitgeber beteiligen sich an den Kosten, teils verbunden mit einer Rückzahlungsvereinbarung. Eigene Kosten sind in der Regel als Werbungskosten absetzbar, Einzelheiten im Ratgeber Weiterbildung steuerlich absetzen. Wie Aufstiegs-BAföG, Arbeitgeberzuschuss und Steuer zusammenpassen, können Sie in der kostenlosen Förderberatung von Förder24 besprechen.

Häufige Fragen zum Betriebswirt IHK

Was ist der Betriebswirt IHK? Der Geprüfte Betriebswirt (IHK) ist ein Fortbildungsabschluss der dritten Stufe für Führungskräfte. Er heißt heute „Master Professional in Business Management“ und liegt auf DQR-Niveau 7.

Wie lange dauert der Betriebswirt IHK? Die Lehrgangsdauer legt der Anbieter fest; der Lernumfang beträgt mindestens 1.600 Stunden. Die Prüfung muss innerhalb von drei Jahren nach der ersten Prüfungsleistung abgeschlossen sein.

Kann man mit dem Betriebswirt IHK einen Master studieren? Nicht automatisch, denn der Abschluss ist kein Hochschulgrad. Einige Länder erlauben beruflich Qualifizierten ein weiterbildendes Masterstudium ohne ersten Hochschulabschluss, meist nach mehrjähriger einschlägiger Berufstätigkeit und einer Eignungsprüfung der Hochschule. Die Regeln unterscheiden sich je nach Land und Hochschule.

Was kostet der Betriebswirt IHK? Die Prüfungsgebühr legt jede IHK selbst fest; bei der IHK Nord Westfalen sind es 997 €. Hinzu kommen die Lehrgangskosten, die das Aufstiegs-BAföG zur Hälfte bezuschusst.

Was kommt nach dem Betriebswirt IHK? Der Betriebswirt ist die höchste Stufe der beruflichen Fortbildung. Danach folgen meist Führungspositionen, die Selbständigkeit oder ein berufsbegleitendes Studium. Bei einer Existenzgründung kann das restliche Aufstiegs-BAföG-Darlehen für die Gebühren ganz erlassen werden (§ 13b Abs. 2 AFBG).

Stand: November 2026

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