Das Wichtigste auf einen Blick
- Frühestens: drei Monate bevor die Arbeitslosigkeit beginnt (§ 141 Abs. 1 SGB III).
- Spätestens: am ersten Tag ohne Beschäftigung. Arbeitslosengeld gibt es frühestens ab dem Tag der Meldung.
- Wege: online mit Online-Ausweisfunktion oder persönlich bei der Agentur für Arbeit an Ihrem Wohnort. Eine telefonische Arbeitslosmeldung gibt es nicht.
- Wirkung endet: wenn die Arbeitslosigkeit länger als sechs Wochen unterbrochen ist oder Sie eine Arbeit aufnehmen, ohne das sofort mitzuteilen (§ 141 Abs. 3 SGB III).
- Anspruch: Arbeitslosengeld setzt zusätzlich die Anwartschaftszeit von zwölf Monaten Versicherungspflicht in 30 Monaten voraus.
Was bedeutet „arbeitslos melden“?
Arbeitslos melden heißt, der Agentur für Arbeit offiziell mitzuteilen, dass Sie ab einem bestimmten Tag keine Beschäftigung mehr haben. Die Arbeitslosmeldung ist eine der Voraussetzungen für Arbeitslosengeld. Ohne sie zahlt die Agentur für Arbeit nichts, auch wenn alle anderen Bedingungen erfüllt sind.
Rechtsgrundlage ist § 141 SGB III. Die Meldung erfolgt elektronisch über das Fachportal der Bundesagentur für Arbeit oder persönlich bei der zuständigen Agentur. Arbeitslos im Sinne des Gesetzes ist, wer nicht oder weniger als 15 Stunden pro Woche beschäftigt ist, sich um Arbeit bemüht und der Vermittlung zur Verfügung steht (§ 138 SGB III).
Die Arbeitslosmeldung ist ein eigener Schritt neben der früheren Pflicht, sich arbeitsuchend zu melden. Die Arbeitsuchendmeldung kündigt das Ende der Beschäftigung an, die Arbeitslosmeldung setzt den Anspruch auf Geld in Gang. Wer nur eine der beiden Meldungen abgibt, riskiert Nachteile.
Wann muss man sich arbeitslos melden?
Die Arbeitslosmeldung hat ein festes Zeitfenster:
| Zeitpunkt | Was gilt |
|---|---|
| Mehr als drei Monate vor Beginn | Arbeitslosmeldung noch nicht möglich, nur die Arbeitsuchendmeldung |
| Bis zu drei Monate vor Beginn | Arbeitslosmeldung zulässig, online können Sie nur Termine in diesem Zeitraum eingeben |
| Erster Tag der Arbeitslosigkeit | letzter Tag für eine rechtzeitige Meldung |
| Agentur am ersten Tag geschlossen | Meldung am nächsten Öffnungstag wirkt zurück (§ 141 Abs. 2 SGB III) |
| Nach dem ersten Tag | Arbeitslosengeld erst ab dem Tag der Meldung, die Tage davor sind verloren |
Eine verspätete Arbeitslosmeldung löst keine Sperrzeit aus. Sie kostet aber bares Geld, weil die Agentur für Arbeit nicht rückwirkend zahlt. Eine Sperrzeit von einer Woche droht dagegen, wenn die Arbeitsuchendmeldung zu spät kommt; die Einzelheiten stehen im Eintrag Sperrzeit.
Wie melde ich mich arbeitslos? Online und persönlich
Online: Laut Agentur für Arbeit brauchen Sie einen Personalausweis mit freigeschalteter Online-Ausweisfunktion oder ein gleichwertiges elektronisches Dokument, etwa einen elektronischen Aufenthaltstitel. Zum Auslesen dient ein Smartphone mit NFC, ein Kartenlesegerät oder ein Smartphone mit gespeichertem Ausweis. Die Identifizierung läuft über die BundID, ein eigenes BundID-Konto ist nicht nötig. Für die Online-Arbeitslosmeldung müssen Sie bereits arbeitsuchend gemeldet sein oder sich vorher arbeitsuchend melden. Einen Beratungstermin können Sie direkt buchen.
Persönlich: Sie gehen zur Agentur für Arbeit, die für Ihren Wohnort zuständig ist. Mitzubringen ist der Personalausweis mit aktueller Anschrift, ersatzweise ein Reisepass mit Meldebescheinigung. Die Agentur empfiehlt, vorher online einen Termin zu buchen.
Vertretung: Können Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst kommen, darf eine Vertretungsperson die Meldung übernehmen (§ 145 SGB III). Sobald der Grund entfällt, melden Sie sich selbst.
Den Antrag auf Arbeitslosengeld stellen Sie zusätzlich, am einfachsten online. Nach § 323 Abs. 1 SGB III gilt Arbeitslosengeld mit der Arbeitslosmeldung als beantragt, wenn Sie nichts anderes erklären. Halten Sie Kündigung oder Arbeitsvertrag mit dem Enddatum und Ihren Lebenslauf für das Gespräch bereit.
Was passiert nach der Arbeitslosmeldung?
Nach der Meldung soll die Agentur für Arbeit unverzüglich ein persönliches Beratungs- und Vermittlungsgespräch führen (§ 141 Abs. 4 SGB III). Hatten Sie ein solches Gespräch schon nach der Arbeitsuchendmeldung, in der Regel innerhalb der letzten vier Wochen, entfällt es.
Im Gespräch erfasst die Vermittlungsfachkraft Ihre Stärken und Hindernisse in einer Potenzialanalyse. Das Ergebnis wird in der Eingliederungsvereinbarung festgehalten: Ziel, Eigenbemühungen und geplante Leistungen wie Coaching oder Weiterbildung. Ab dann gelten Pflichten, etwa Termine wahrzunehmen und Eigenbemühungen nachzuweisen.
Arbeitslosengeld beträgt 60 % des pauschalierten Nettoentgelts, mit mindestens einem Kind 67 %. Wie lange Sie es bekommen, hängt von Ihren Versicherungszeiten und Ihrem Alter ab; das erklärt der Eintrag Anwartschaftszeit.
Sonderfälle: befristeter Vertrag, Studium, Krankheit
Befristeter Vertrag: Das Enddatum steht von Anfang an fest. Sie melden sich spätestens drei Monate vorher arbeitsuchend und frühestens drei Monate vorher, spätestens am ersten freien Tag, arbeitslos.
Zwischen zwei Jobs: Liegt zwischen zwei Arbeitsverhältnissen auch nur ein Tag ohne Beschäftigung, ist eine Arbeitslosmeldung für diese Lücke möglich. Schließt der neue Vertrag nahtlos an, entsteht keine Arbeitslosigkeit.
Nach Studium oder Ausbildung: Nach einer betrieblichen Ausbildung oder einem dualen Studium besteht oft ein Anspruch, weil diese Zeiten versicherungspflichtig sind. Jobs während eines regulären Studiums sind in der Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei (§ 27 Abs. 4 SGB III). Nach dem Studium fehlt deshalb häufig die Anwartschaftszeit. Die Arbeitslosmeldung lohnt sich trotzdem, weil sie den Zugang zu Beratung und Förderung öffnet. Für den Lebensunterhalt kommt dann eher Grundsicherungsgeld vom Jobcenter in Betracht.
Krankheit: Sind Sie bei Ende der Beschäftigung arbeitsunfähig, gelten Sie laut Agentur für Arbeit erst am Tag der Genesung als arbeitslos. An diesem Tag melden Sie sich.
Beispiel: Befristeter Vertrag läuft aus
Beispiel mit erfundenen Personen. Herr D., 29, Fachinformatiker, hat einen befristeten Vertrag bis zum 31. März 2027. Eine Verlängerung ist nicht in Sicht.
- Spätestens Ende Dezember 2026 meldet er sich online arbeitsuchend.
- Ab Anfang Januar 2027 kann er sich zum 1. April 2027 online arbeitslos melden, weil dieser Tag dann innerhalb der nächsten drei Monate liegt.
- Spätestens am Donnerstag, dem 1. April 2027, muss die Arbeitslosmeldung bei der Agentur für Arbeit sein.
- Er war vier Jahre versicherungspflichtig beschäftigt, die Anwartschaftszeit ist also erfüllt.
Meldet er sich erst am 8. April, zahlt die Agentur für Arbeit erst ab diesem Tag. Die ersten sieben Tage Arbeitslosengeld fallen weg.
Unterschied: Arbeitslosmeldung, Arbeitsuchendmeldung und Antrag
| Schritt | Zweck | Folge bei Versäumnis |
|---|---|---|
| Arbeitsuchendmeldung (§ 38 SGB III) | frühe Vermittlung vor dem Ende des Jobs | Sperrzeit von einer Woche |
| Arbeitslosmeldung (§ 141 SGB III) | Anspruchsvoraussetzung für Arbeitslosengeld | kein Geld bis zum Tag der Meldung |
| Antrag auf Arbeitslosengeld | Prüfung von Höhe und Dauer | Bearbeitung verzögert sich |
| Antrag auf Grundsicherungsgeld (SGB II) | Existenzsicherung bei fehlendem oder zu niedrigem Arbeitslosengeld | Leistung erst ab dem Ersten des Antragsmonats, nicht rückwirkend (§ 37 SGB II) |
Arbeitslos melden und geförderte Weiterbildung
Mit der Arbeitslosmeldung beginnt die Beratung, in der auch eine Weiterbildung besprochen wird. Die Agentur für Arbeit kann die Kosten mit einem Bildungsgutschein übernehmen, wenn die Weiterbildung für Ihre berufliche Eingliederung notwendig ist. Während der Maßnahme läuft das Arbeitslosengeld als Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung weiter. Wie Sie den Gutschein ansprechen und beantragen, beschreibt der Ratgeber Bildungsgutschein beantragen.
Welche zertifizierte Weiterbildung zu Ihrem Berufsziel passt und wie Sie den Wunsch im Erstgespräch begründen, können Sie vorab in der kostenlosen Förderberatung von Förder24 klären. Über die Förderung entscheidet die Agentur für Arbeit.
Häufige Fragen zum Arbeitslos melden
Wann muss ich mich arbeitslos melden? Spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit, frühestens drei Monate vorher. Ist die Agentur an diesem Tag geschlossen, genügt der nächste Öffnungstag.
Wie melde ich mich arbeitslos? Online im Portal der Agentur für Arbeit mit Online-Ausweisfunktion oder persönlich bei der Agentur an Ihrem Wohnort. Online müssen Sie bereits arbeitsuchend gemeldet sein.
Kann ich mich telefonisch arbeitslos melden? Nein. Telefonisch können Sie sich nur arbeitsuchend melden. Die Arbeitslosmeldung erfolgt online mit elektronischem Ausweis oder persönlich.
Muss ich mich arbeitslos melden, wenn ich schon einen neuen Job habe? Nur, wenn zwischen altem und neuem Job Tage ohne Beschäftigung liegen und Sie dafür Arbeitslosengeld möchten. Bei nahtlosem Übergang ist keine Arbeitslosmeldung nötig.
Bekomme ich nach dem Studium Arbeitslosengeld? In der Regel nicht, weil Studentenjobs in der Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei sind und damit die Anwartschaftszeit fehlt. Anders kann es nach einem dualen Studium oder bei früherer Beschäftigung aussehen.
Was passiert, wenn ich mich zu spät arbeitslos melde? Sie bekommen Arbeitslosengeld erst ab dem Tag der Meldung. Eine Sperrzeit entsteht dadurch nicht, die verlorenen Tage werden aber nicht nachgezahlt.
Stand: November 2026